Health

Home Health

Migräne mit Aura: 7 hilfreiche Fakten, die wirklich jeder kennen sollte

Migräne mit Aura: 7 hilfreiche Fakten & Tipps

Migräne ist weit mehr als ein gewöhnlicher Kopfschmerz. Besonders eine Migräne mit Aura kann Betroffene zunächst erschrecken: Plötzlich flackert das Sichtfeld, Linien oder Lichtblitze erscheinen, eine Hand kribbelt oder das Sprechen fällt kurzfristig schwer. Ist das gefährlich? Handelt es sich vielleicht um einen Schlaganfall?

Die gute Nachricht: Eine typische Aura ist meist vorübergehend und hinterlässt keine bleibenden Schäden. Trotzdem sollte man die Beschwerden ernst nehmen, vor allem wenn sie zum ersten Mal auftreten oder ungewöhnlich verlaufen.

Dieser Ratgeber erklärt verständlich, was hinter einer Migräne mit Aura steckt, welche Symptome typisch sind, welche Auslöser eine Rolle spielen können und wann ärztliche Hilfe wichtig ist.

1. Was ist eine Migräne mit Aura?

Eine Migräne mit Aura ist eine Form der Migräne, bei der vor oder während einer Kopfschmerzattacke vorübergehende neurologische Beschwerden auftreten. Besonders häufig betrifft die Aura das Sehen. Möglich sind beispielsweise Lichtblitze, flimmernde Linien, blinde Bereiche oder ungewöhnliche geometrische Formen.

Daneben können Kribbeln oder Taubheitsgefühle, vorübergehende Sprachprobleme oder andere neurologische Symptome auftreten. Eine Aura dauert typischerweise weniger als eine Stunde und bildet sich anschließend wieder zurück. Bei manchen Menschen kommt es danach zu den typischen Kopfschmerzen, bei anderen kann eine Aura auch ohne anschließenden Kopfschmerz auftreten.

Man kann sich die Aura vereinfacht wie eine kurze Gewitterfront im Gehirn vorstellen: Für einen begrenzten Zeitraum verändert sich die Verarbeitung bestimmter Signale, danach normalisiert sich die Situation wieder.

Migräne gilt als neurologische Erkrankung und ist nicht einfach „nur Kopfschmerz“. Die Attacken können den Alltag erheblich beeinträchtigen und mit Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit einhergehen.

2. Wie fühlt sich eine Aura an?

Die Aura kann bei jedem Menschen etwas anders aussehen. Gerade das macht sie manchmal schwer einzuordnen.

Typische visuelle Veränderungen sind:

  • Lichtblitze oder Flimmern
  • Zickzack- oder gezackte Linien
  • Geometrische Muster
  • verschwommenes Sehen
  • blinde oder fehlende Bereiche im Sichtfeld
  • ein Gefühl, als würde sich das Sichtfeld vorübergehend verändern

Daneben können Kribbeln und Taubheitsgefühle auftreten. Manche Menschen spüren beispielsweise zunächst ein Kribbeln in den Fingern, das sich über den Arm bis zum Gesicht ausbreiten kann.

Auch Sprachstörungen sind möglich. Betroffene finden dann beispielsweise kurzfristig bestimmte Wörter nicht oder können sich nicht so ausdrücken wie gewohnt. Solche Symptome können verständlicherweise Angst auslösen.

Wichtig ist dabei nicht nur, welches Symptom auftritt, sondern auch wie es entsteht und wieder verschwindet. Eine typische Aura entwickelt sich häufig über einige Minuten und klingt anschließend wieder ab.

3. Warum sieht man plötzlich Lichtblitze und Muster?

Die genaue Entstehung der Migräne ist komplex und noch nicht vollständig geklärt. Bei der Aura spielen vorübergehende Veränderungen der Aktivität von Nervenzellen im Gehirn eine wichtige Rolle.

Das bedeutet nicht, dass im Auge plötzlich etwas kaputtgeht. Vielmehr kann die Verarbeitung visueller Informationen im Gehirn vorübergehend verändert sein. Dadurch entstehen Eindrücke wie Flimmern, Lichtblitze oder ungewöhnliche Formen.

Interessant ist: Die Aura muss nicht immer mit Sehstörungen beginnen. Sie kann auch durch sensorische oder sprachliche Veränderungen auffallen. Manche Menschen erleben mehrere Symptome nacheinander.

Bei einer typischen Aura verschwinden diese Beschwerden wieder. Genau diese vorübergehende Natur ist ein wichtiges Merkmal. Trotzdem sollte eine neue oder ungewöhnliche neurologische Störung medizinisch abgeklärt werden, weil ähnliche Beschwerden auch bei anderen Erkrankungen vorkommen können.

4. Welche Beschwerden können nach der Aura folgen?

Nach der Aura beginnt bei vielen Betroffenen die eigentliche Kopfschmerzphase. Der Schmerz wird häufig als pochend oder pulsierend beschrieben und kann auf einer Seite des Kopfes stärker sein. Bewegung kann die Beschwerden verstärken.

Zusätzlich können folgende Symptome auftreten:

Übelkeit und Erbrechen: Selbst kleine Mahlzeiten können während einer starken Attacke unangenehm sein.

Lichtempfindlichkeit: Helles Tageslicht oder Bildschirmlicht kann die Beschwerden verstärken.

Geräuschempfindlichkeit: Normale Alltagsgeräusche können plötzlich störend oder sogar schmerzhaft wirken.

Geruchsempfindlichkeit: Bestimmte Gerüche können Übelkeit oder Kopfschmerzen verstärken.

Ein unbehandelter Migräneanfall kann mehrere Stunden bis zu einigen Tagen dauern.

Nach dem Anfall fühlen sich manche Menschen erschöpft, unkonzentriert oder regelrecht „ausgebrannt“. Diese Phase wird häufig als Postdrom bezeichnet. Ein Anfall endet also nicht unbedingt in dem Moment, in dem der Kopfschmerz nachlässt.

5. Was kann eine Migräne mit Aura auslösen?

Warum eine Attacke an einem bestimmten Tag auftritt, ist nicht immer eindeutig. Häufig handelt es sich nicht um einen einzigen Auslöser, sondern um mehrere Faktoren, die zusammenkommen.

Mögliche Trigger können sein:

  • Schlafmangel oder ein veränderter Schlafrhythmus
  • Stress und anschließende Entspannung
  • unregelmäßige Mahlzeiten
  • zu wenig Flüssigkeit
  • hormonelle Veränderungen
  • bestimmte Lebensmittel oder Getränke
  • intensive oder ungewohnte körperliche Belastung
  • helles oder flackerndes Licht
  • bestimmte Wetterveränderungen

Allerdings ist Vorsicht vor zu langen Verbotslisten sinnvoll. Nicht jeder vermeintliche Trigger löst bei jeder Person eine Attacke aus.

Ein Migräne-Tagebuch kann deshalb besonders hilfreich sein. Notieren Sie beispielsweise Datum, Dauer, Schlaf, Mahlzeiten, Getränke, Stress, Begleitsymptome und eingenommene Medikamente. Mit der Zeit können sich persönliche Muster zeigen.

6. Wie wird die Diagnose gestellt?

Eine Migräne wird in erster Linie anhand der Krankengeschichte und der typischen Symptome diagnostiziert. Ärztinnen und Ärzte fragen unter anderem, wann die Beschwerden beginnen, wie lange sie dauern, welche Symptome auftreten und ob ähnliche Attacken bereits früher vorgekommen sind.

Eine körperliche und neurologische Untersuchung kann zusätzliche Hinweise liefern. Bildgebende Untersuchungen wie ein MRT sind nicht bei jeder typischen Migräne notwendig. Sie können jedoch sinnvoll sein, wenn Beschwerden ungewöhnlich sind oder andere Ursachen ausgeschlossen werden müssen.

Deshalb ist es hilfreich, den eigenen Verlauf möglichst genau zu beschreiben.

Fragen Sie sich also nicht nur: „Wie stark sind meine Kopfschmerzen?“

Auch diese Informationen sind wichtig:

Wann beginnt die Aura? Wie entwickelt sie sich? Wie lange dauert sie? Welche Körperregion ist betroffen? Kommt danach Kopfschmerz? Treten Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit auf?

Je genauer die Beschreibung, desto leichter kann eine Ärztin oder ein Arzt das Gesamtbild beurteilen.

7. Was hilft während einer Attacke?

Wenn sich eine Attacke ankündigt, kann eine ruhige Umgebung helfen. Viele Betroffene suchen einen dunklen, möglichst geräuscharmen Raum auf.

Ausreichend zu trinken und regelmäßige Mahlzeiten können ebenfalls eine Rolle spielen. Manche Menschen empfinden ein kühles Tuch oder eine Kältekompresse als angenehm. Solche Maßnahmen ersetzen keine medizinische Behandlung, können aber das persönliche Wohlbefinden verbessern.

Auch regelmäßige Tagesabläufe können hilfreich sein. Dazu gehören ausreichend Schlaf, Bewegung und ein möglichst gleichmäßiger Essensrhythmus.

Dabei geht es nicht darum, das eigene Leben komplett nach der Migräne auszurichten. Ziel ist vielmehr, herauszufinden, was Ihnen persönlich hilft.

8. Welche Medikamente kommen infrage?

Für die Behandlung einer akuten Migräne stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Dazu gehören je nach individueller Situation bestimmte Schmerzmittel sowie spezielle Migränemedikamente wie Triptane.

Die Auswahl hängt unter anderem von der Stärke der Attacken, Begleitsymptomen, anderen Erkrankungen und bereits eingenommenen Medikamenten ab.

Bei einer Migräne mit Aura ist ein wichtiger Punkt zu beachten: Die deutsche neurologische Leitlinie empfiehlt, Triptane bei Migräne mit Aura erst nach Abklingen der Aura und mit Beginn der Kopfschmerzen einzunehmen. Triptane wirken außerdem während der Aura wahrscheinlich nicht zuverlässig.

Die aktualisierte Leitlinie von DGN und DMKG aus dem Jahr 2025 nennt unter anderem Eletriptan, Rizatriptan und Sumatriptan als besonders wirksame Triptane zur Akutbehandlung. Welche Therapie geeignet ist, muss jedoch individuell ärztlich beurteilt werden.

Wichtig: Schmerz- und spezielle Migränemedikamente sollten nicht zu häufig eingesetzt werden. Gesundheitsinformationen des Bundes weisen darauf hin, dass solche Medikamente höchstens an etwa 10 Tagen pro Monat eingenommen werden sollten, um einem Medikamentenübergebrauch vorzubeugen.

Wer regelmäßig Medikamente gegen Kopfschmerzen benötigt, sollte deshalb mit einer Ärztin oder einem Arzt über eine passende Strategie sprechen.

9. Wie lässt sich Migräne langfristig vorbeugen?

Wenn Attacken häufig oder besonders belastend sind, kann eine Vorbeugung sinnvoll sein. Dabei geht es nicht nur darum, einzelne Kopfschmerzen zu behandeln, sondern die Zahl und Schwere zukünftiger Attacken zu reduzieren.

Je nach Situation können Medikamente, Bewegung, Entspannungsverfahren und Strategien zur Stressbewältigung eingesetzt werden. Die aktuelle deutsche Leitlinie betont neben medikamentösen Möglichkeiten auch nicht medikamentöse Maßnahmen wie Ausdauersport und Entspannung.

Auch ein regelmäßiger Lebensrhythmus kann hilfreich sein:

Schlafen: Möglichst ähnliche Schlafenszeiten können einen stabilen Rhythmus unterstützen.

Essen: Regelmäßige Mahlzeiten verhindern lange Pausen, die bei manchen Menschen Beschwerden begünstigen können.

Trinken: Ausreichende Flüssigkeit gehört zu den einfachen, aber sinnvollen Grundlagen.

Bewegung: Regelmäßige moderate Bewegung kann Teil einer langfristigen Vorbeugungsstrategie sein.

Stress: Entspannungstechniken, Achtsamkeit oder psychotherapeutische Verfahren können insbesondere dann hilfreich sein, wenn Stress eine wichtige Rolle spielt.

10. Migräne mit Aura und Schlaganfall – besteht eine Gefahr?

Das ist eine der wichtigsten Fragen, weil sich bestimmte Aura-Symptome tatsächlich ähnlich wie ein Schlaganfall präsentieren können.

Eine Migräne mit Aura bedeutet nicht, dass automatisch ein Schlaganfall bevorsteht. Allerdings ist bei Menschen mit Migräne mit Aura das Schlaganfallrisiko insgesamt leicht erhöht. Das individuelle Risiko hängt von weiteren Faktoren ab.

Besonders wichtig ist deshalb die Unterscheidung zwischen einem bekannten, typischen Aura-Muster und plötzlich neu auftretenden oder ungewöhnlichen Symptomen.

Wenn beispielsweise eine bisher unbekannte Lähmung, Sprachstörung oder Sehstörung plötzlich auftritt, sollte man nicht einfach davon ausgehen, dass es „nur Migräne“ ist.

Bei Unsicherheit gilt: Lieber einmal zu viel medizinisch abklären lassen als eine ernsthafte Erkrankung zu übersehen.

11. Wann sollte man sofort ärztliche Hilfe suchen?

Nicht jede Kopfschmerzattacke ist ein Notfall. Bestimmte Situationen sollten jedoch besonders ernst genommen werden.

Sofortige medizinische Abklärung ist wichtig bei plötzlich einsetzendem, extrem starkem Kopfschmerz, insbesondere wenn dieser völlig anders als bisherige Kopfschmerzen ist.

Auch neue neurologische Symptome wie:

  • plötzlich auftretende Lähmungen,
  • ausgeprägte Sprachstörungen,
  • Bewusstseinsstörungen,
  • neue starke Sehstörungen,
  • schwere Gleichgewichtsstörungen

sollten nicht automatisch einer bekannten Migräne zugeschrieben werden.

Ebenso ist eine ärztliche Beurteilung sinnvoll, wenn sich das bisherige Muster deutlich verändert, die Beschwerden ungewöhnlich lange anhalten oder erstmals im Leben eine Aura auftritt.

Eine typische Aura ist zwar vorübergehend, doch ähnliche Symptome können auch andere Ursachen haben. Deshalb zählt bei neuen Beschwerden nicht nur die Stärke des Kopfschmerzes, sondern das gesamte neurologische Bild.

12. Fazit: Migräne mit Aura besser verstehen

Eine Migräne mit Aura kann beunruhigend wirken, besonders wenn plötzlich das Sehen verändert ist oder Kribbeln und Sprachprobleme auftreten. Doch mit einer guten Diagnose, einem persönlichen Behandlungsplan und dem Wissen über eigene Auslöser lässt sich die Erkrankung häufig deutlich besser kontrollieren.

Der erste Schritt besteht darin, die eigenen Symptome ernst zu nehmen und nicht einfach als „normalen Kopfschmerz“ abzutun. Ein Migräne-Tagebuch kann dabei helfen, persönliche Muster zu erkennen. Bei häufigen, starken oder veränderten Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich zudem weiterentwickelt. Die DGN und DMKG betonen in ihrer aktualisierten Leitlinie, dass Migräne heute zunehmend besser behandelbar ist und sowohl Medikamente als auch nicht medikamentöse Maßnahmen eine wichtige Rolle spielen können.

Häufig gestellte Fragen

1. Wie lange dauert eine Aura bei Migräne?

Eine typische Aura entwickelt sich meist über einige Minuten und dauert gewöhnlich weniger als eine Stunde. Danach verschwinden die Beschwerden wieder.

2. Kann eine Migräne mit Aura ohne Kopfschmerzen auftreten?

Ja. Eine Aura kann in manchen Fällen auftreten, ohne dass anschließend der typische Migränekopfschmerz folgt. Neue oder ungewöhnliche Aura-Symptome sollten trotzdem ärztlich beurteilt werden.

3. Ist Migräne mit Aura gefährlich?

Eine typische Aura ist in der Regel vorübergehend. Migräne mit Aura geht allerdings mit einem leicht erhöhten Schlaganfallrisiko einher. Das bedeutet nicht, dass ein Schlaganfall unmittelbar bevorsteht.

4. Was sollte man bei einer Migräneattacke tun?

Ruhe, eine dunkle und möglichst geräuscharme Umgebung, ausreichende Flüssigkeit und individuell geeignete Medikamente können helfen. Welche Medikamente sinnvoll sind, sollte mit einer medizinischen Fachperson abgestimmt werden.

5. Wann sollte man wegen einer Aura zum Arzt gehen?

Besonders bei einer erstmaligen Aura, deutlich veränderten Beschwerden, plötzlich auftretenden neurologischen Symptomen oder einem ungewöhnlich starken Kopfschmerz sollte medizinische Hilfe gesucht werden. Bei möglichen Schlaganfallzeichen sollte die Situation sofort abgeklärt werden.

First Aid Kit für zu Hause: Der ultimative Ratgeber für 2026

First Aid Kit für zu Hause: Der ultimative Ratgeber für 2026

Einleitung

Stellen Sie sich vor: Ihr Kind schneidet sich beim Spielen den Finger auf, oder Ihr Partner verbrennt sich beim Kochen die Hand. In diesem Moment zählt jede Sekunde – und die Frage “Wo ist eigentlich unser First Aid Kit?” sollte niemals gestellt werden müssen. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Haushalte mit einem gut sortierten, griffbereiten First Aid Kit reagieren souverän, während andere in Panik geraten und wertvolle Zeit verlieren.

In diesem Artikel erfahren Sie, was ein vollständiges First Aid Kit wirklich enthalten sollte, wie Sie es richtig auswählen, wo Sie es aufbewahren und wie Sie es dauerhaft einsatzbereit halten. Egal ob für die Wohnung, das Auto oder den nächsten Wanderausflug – am Ende dieses Artikels wissen Sie genau, worauf es ankommt.

Was gehört in ein vollständiges First Aid Kit?

Ein durchdachtes First Aid Kit besteht nicht einfach aus ein paar Pflastern in einer Plastikbox. Es folgt einer Logik, die auf den häufigsten Verletzungsarten im Alltag basiert.

Grundausstattung für Wunden

Zur Basis gehören sterile Kompressen in verschiedenen Größen, Mullbinden, ein Verbandpäckchen nach DIN 13151 sowie hautfreundliche Pflaster in unterschiedlichen Formaten. Auch eine Verbandschere und Einmalhandschuhe dürfen in keinem First Aid Kit fehlen, denn Hygiene ist bei jeder Wundversorgung entscheidend.

Desinfektion und Wundreinigung

Ein gutes First Aid Kit enthält ein Wunddesinfektionsmittel, Reinigungstücher sowie eine kleine Pinzette, um Splitter oder Dornen zu entfernen. Diese Kombination verhindert, dass sich kleinere Verletzungen entzünden.

Rettungsdecke und Dreiecktuch

Bei größeren Notfällen, etwa nach Unfällen im Straßenverkehr, sind eine Rettungsdecke gegen Unterkühlung und ein Dreiecktuch zur Ruhigstellung von Armen unverzichtbar. Beide Artikel sind gesetzlich für Auto-Erste-Hilfe-Kästen in Deutschland vorgeschrieben.

Welche Arten von First Aid Kits gibt es?

Nicht jedes First Aid Kit ist für jeden Zweck geeignet. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Einsatzort erheblich.

First Aid Kit für zu Hause

Für den Haushalt empfiehlt sich ein größeres, stationäres First Aid Kit mit ausreichend Material für mehrere Verletzungen. Hier lohnt sich zusätzlich Fieberthermometer, Pinzette und eventuell eine Blasenpflaster-Sammlung.

First Aid Kit fürs Auto

In Deutschland ist ein Verbandkasten im Auto nach DIN 13164 Pflicht. Ein kompaktes First Aid Kit, das diese Norm erfüllt, gehört also in jedes Fahrzeug – unabhängig davon, wie alt oder neu der Wagen ist.

First Aid Kit für Outdoor und Reisen

Wer wandert, campt oder reist, braucht ein leichtes, wasserdichtes First Aid Kit. Hier kommen zusätzlich Insektenschutz, Blasenpflaster und gegebenenfalls ein Snake-Bite-Kit hinzu, je nach Reiseziel.

Worauf Sie beim Kauf eines First Aid Kits achten sollten

Der Markt bietet unzählige Varianten – von der einfachen Plastikdose bis zum professionellen Koffer. Damit Sie nicht in die Falle billiger Alibi-Produkte tappen, sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Norm-Konformität: Achten Sie auf DIN-13157- oder DIN-13164-Zertifizierung, je nach Verwendungszweck.
  • Robustheit der Verpackung: Ein stabiles, wasserabweisendes Gehäuse schützt den Inhalt vor Feuchtigkeit und Beschädigung.
  • Übersichtlichkeit: Fächer und Beschriftungen erleichtern es, in einer stressigen Situation schnell das Richtige zu finden.
  • Haltbarkeitsdaten: Prüfen Sie, ob Verbrauchsmaterialien wie Desinfektionsmittel und Pflaster ein aktuelles Verfallsdatum haben.

Ein hochwertiges First Aid Kit muss nicht teuer sein – entscheidend ist die durchdachte Zusammenstellung, nicht der Preis auf dem Etikett.

First Aid Kit richtig lagern und pflegen

Ein First Aid Kit nützt nichts, wenn es im hintersten Winkel des Kellers verstaubt. Bewahren Sie es an einem zentralen, für alle Familienmitglieder zugänglichen Ort auf – idealerweise in Küchennähe oder im Flur.

Kontrollieren Sie Ihr First Aid Kit mindestens zweimal jährlich. Ersetzen Sie abgelaufene Desinfektionsmittel, aufgebrauchte Pflaster und verschmutzte Kompressen. Viele Experten empfehlen, diese Kontrolle mit der Zeitumstellung im Frühjahr und Herbst zu verbinden – so vergisst man sie nicht.

Häufige Fehler beim Umgang mit dem First Aid Kit

Aus meiner eigenen Erfahrung als jemand, der schon mehrfach improvisieren musste, weil das First Aid Kit unvollständig war, kann ich sagen: Die häufigsten Fehler sind vermeidbar. Viele Menschen kaufen ein First Aid Kit einmal und öffnen es danach nie wieder – bis zum Ernstfall, wenn plötzlich das wichtigste Pflaster fehlt. Ein weiterer klassischer Fehler ist die falsche Lagerung in feuchten Räumen wie dem Badezimmer, wodurch Verbandmaterial vorzeitig unbrauchbar wird. Seitdem ich mein First Aid Kit regelmäßig prüfe und an einem trockenen, gut erreichbaren Ort aufbewahre, fühle ich mich im Alltag deutlich sicherer – gerade mit kleinen Kindern im Haus.

Häufig gestellte Fragen zum First Aid Kit

Was muss gesetzlich in ein First Aid Kit im Auto?
In Deutschland schreibt die DIN 13164 vor, dass ein Auto-Verbandkasten unter anderem Verbandpäckchen, Mullbinden, Pflaster, eine Rettungsdecke, Handschuhe und ein Dreiecktuch enthalten muss.

Wie oft sollte ich mein First Aid Kit überprüfen?
Experten empfehlen eine Kontrolle mindestens zweimal jährlich, um abgelaufene oder verbrauchte Materialien rechtzeitig zu ersetzen.

Wo sollte ein First Aid Kit im Haus aufbewahrt werden?
Am besten an einem zentralen, trockenen Ort, der für alle Familienmitglieder leicht zugänglich ist – zum Beispiel im Flur oder in der Nähe der Küche.

Kann ich mein First Aid Kit selbst zusammenstellen?
Ja, viele Menschen stellen ihr eigenes First Aid Kit individuell zusammen, sollten dabei aber die gesetzlichen Mindestanforderungen für Fahrzeuge beachten.

Was kostet ein gutes First Aid Kit?
Je nach Ausstattung und Norm liegen die Preise meist zwischen 15 und 50 Euro – wichtiger als der Preis ist jedoch die Vollständigkeit des Inhalts.

Fazit: Ihr First Aid Kit als Investition in Sicherheit

Ein vollständiges, gut gepflegtes First Aid Kit ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit für jeden Haushalt, jedes Fahrzeug und jede Reise. Es kostet wenig, nimmt kaum Platz weg und kann im entscheidenden Moment den Unterschied machen. Überprüfen Sie noch heute Ihr eigenes First Aid Kit, ergänzen Sie fehlende Artikel und sorgen Sie dafür, dass es griffbereit an einem festen Platz liegt. Ihre Familie und Sie selbst werden es Ihnen danken, wenn der nächste kleine Notfall eintritt.